Montag, 25. Dezember 2006

Kurisumasu

Im japanischen Alphabet gibt es keine Trennung zwischen Konsonanten und Vokalen. Ein Buchstabe ist immer eine Kombination aus einem Konsonant und einem Vokal. Einzige Ausnahme ist der Buchstabe „N“. Im Japanischen ist es also prinzipiell nicht möglich mehrer Konsonanten hintereinander zu schreiben. Nichtsdestotrotz werden unzählige Wörter aus dem europäischen Sprachraum in der Japanischen Sprache verwendet. So hat diesen Weg zum Beispiel das überaus beliebte Weihnachtsfest mit dem englischen Wort „Christmas“ geschafft. Geschrieben wird es im Japanischen „Kurisumasu“. Der Buchstabe „U“ wird im Japanischen gern verschluckt. Das ausgesprochene „Krismas“ ähnelt dem Original „Christmas“ also schon wieder sehr stark.

Im Übrigen ist es immer einen Versuch Wert bei einem unbekannten japanischen Wort, das Englische Pendant zu nehmen und die Räume zwischen den Konsonanten mit einem verschluckten „U“ aufzufüllen. Mit diesem Trick haben sich auch schon viele Geschäftsleute, die zu lange in Japan verweilten, ihr Business-Englisch ruiniert, weil sie sich die verkorkste Aussprache nicht mehr abgewöhnen konnten.

Wer in Japan das Katakana-Alphabet mit seinen ca. 50 Zeichen beherrscht, wird sich wundern wie viele internationale Wörter verwendet werden. Zum Teil ist es auch sehr amüsant aus den Speisekarten die „Hanbaagaa“ oder „Fulaido Poteto“ herauszurätseln. Als geeigneter Grundkurs ist hier Mc Donald's bestens geeignet.

Zurück zum Kurisumasu-Fest. Entgegen meiner Befürchtungen gibt es in Japan für erschwingliche Preise allerhand Weihnachtsleckereien. Aachener Printen, Dresdner Christstollen oder Nürnberger Lebkuchen findet man auf einen der zahlreichen Eintages-Weihnachtsmärkte oder den Intershops. Aber sowohl Glühwein als auch Glühweingewürz habe ich bisher nicht gesehen - ebenso wenig hochprozentigen Rum für das Feuerzangenbowlen-Tuning.

Eine schöne Sache an der japanischen Weihnachtszeit sind die zahlreichen „Illuminations“, die in der Tokioter Innenstadt installiert sind. Dabei werden Bäume, Fußwege oder ähnliches mit tausenden kleiner Lichter geschmückt.



Gefeiert wird Weihnachten auch in Japan, einem Land mit reichlich einem Prozent christlicher Einwohner. Die Vermarktungskapazität dieses Festes ist einfach beeindruckend. In Japan findet sich die Familie zu einem leckeren Essen zusammen und überreicht sich gegenseitig kleine Geschenke. Die Geschenke könnten sicher auch größer ausfallen, würde nicht das japanische Neujahrsfest, eine der deutschen Weihnacht vergleichbaren Konsumschlacht, vor der Tür stehen. So müssen sich die Kinderlein halt noch ein paar Tage gedulden bis sie ihr neue Playstation3 in Empfang nehmen können.

Keine Kommentare: