Bonenkai
Zum Jahresende wird unter japanischen Arbeitskollegen oft eine "Feier zum Vergessen des Jahres" (jap. Bonenkai) veranstaltet. Das ganze Team trifft sich in einer Kneipe und konsumiert Unmengen an Alkohol, um dem Vergessen etwas auf die Sprünge zu helfen. Weiterhin soll es bei diesen Feiern auch möglich sein, dem Chef mal die Meinung zu geigen. Ich selbst aber konnte leider keine Angestellten beobachten, die ihren Vorgesetzten offenbarten, was er im letzten Jahr alles wieder verbockt hat. Eher lauschen alle Untertanen den Worten ihrer Gurus als würden sie der Verkündung der heiligen Schrift beiwohnen. Wahrscheinlich ist auch in diesem Rahmen und selbst unter starkem Alkoholkonsum die japanische Kritik eher von leisen, indirekten Tönen geprägt.
Als wir zum Beispiel mal 3 Minuten zu spät aus der Mittagspause in unsere Sprachschule zurückkehrten, fragte unsere Sprachlehrerin uns im Verlauf der Unterrichtsstunde nur, ob unsere Leben hektisch wären. Als wir etwas überrascht auf die Frage reagierten, erinnert sie uns kurz an die Verspätung und schloss ihr Ermahnung mit den Worten: „Ganbatte Kudasai“ (zu dt. „Schlagen Sie sich tapfer“).
Aber es geht auch anders. Eines Abends auf dem Heimweg von einem unserer zahlreichen Weihnachts- und Jahresendstammtische sah ich einen japanischen Businessman, der einem Polizisten lauthals schreiend seinen Unmut zum Besten gab. Sanft versuchte der Polizist den aufgebrachten Japaner zu beruhigen während ein weiterer Polizist aus einiger Entfernung die Situation mit etwas Unbehagen beobachtete. Als sich der Schreihals selbst nach Minuten des Tobens nicht beruhigen lies, sahen die Polizisten keine andere Möglichkeit als sich umzudrehen und peinlich berührt die Flucht anzutreten.
Ich liebe dieses Land, in dem ein falsch geparktes Fahrrad bzw. unsortierter Müll zu den abscheulichsten, bekannten Straftaten zählt.
Als wir zum Beispiel mal 3 Minuten zu spät aus der Mittagspause in unsere Sprachschule zurückkehrten, fragte unsere Sprachlehrerin uns im Verlauf der Unterrichtsstunde nur, ob unsere Leben hektisch wären. Als wir etwas überrascht auf die Frage reagierten, erinnert sie uns kurz an die Verspätung und schloss ihr Ermahnung mit den Worten: „Ganbatte Kudasai“ (zu dt. „Schlagen Sie sich tapfer“).
Aber es geht auch anders. Eines Abends auf dem Heimweg von einem unserer zahlreichen Weihnachts- und Jahresendstammtische sah ich einen japanischen Businessman, der einem Polizisten lauthals schreiend seinen Unmut zum Besten gab. Sanft versuchte der Polizist den aufgebrachten Japaner zu beruhigen während ein weiterer Polizist aus einiger Entfernung die Situation mit etwas Unbehagen beobachtete. Als sich der Schreihals selbst nach Minuten des Tobens nicht beruhigen lies, sahen die Polizisten keine andere Möglichkeit als sich umzudrehen und peinlich berührt die Flucht anzutreten.
Ich liebe dieses Land, in dem ein falsch geparktes Fahrrad bzw. unsortierter Müll zu den abscheulichsten, bekannten Straftaten zählt.
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